Risikoaversion - Risiko- und Sicherheitsbeurteilung
Einschätzen von Risiken, Reagieren auf Risiken
Ereignisse mit grossem Schadenausmass werden allgemein stärker gewichtet, als es aufgrund des tatsächlichen Schadenerwartungswerts angezeigt wäre. 1 Ereignis, das 100 Opfer verursacht, wird meist als schlimmer empfunden als 100 Ereignisse mit je 1 Opfer. Grossereignisse - wie auch die Aussicht auf Grossereignisse - führen deshalb zu stärkeren oder rascheren Reaktionen (z.B. Anpassungen von Gesetzen und Vorschriften). "Risikoaversion gegenüber Grossereignissen" meint, dass die Bedeutung von Risiken mit dem Ausmass möglicher Ereignisse überproportional zunimmt. Dies wird in Sicherheitsplanungen immer häufiger berücksichtigt, indem das Schadenausmass mit einer Aversionsfunktion gewichtet wird.
Projekt von BABS und PLANAT
Das Thema "Risikoaversion gegenüber Grossereignissen" wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS und die Nationale Plattform Naturgefahren PLANAT haben 2005 ein Projekt eingeleitet, das dem Thema "Risikoaversion - Entwicklung systematischer Instrumente zur Risiko- und Sicherheitsbeurteilung bei naturbedingten und technischen Risiken" gewidmet ist. Es soll ein solides Fundament für die weitere Diskussion schaffen und die Sicherheitsplanung mit systematischen Instrumenten unterstützen.
Auslegeordnung, Analyse und Vorschläge für die Anwendung
In einer Auslegeordnung zeigt das Projekt, was unter der Risikoaversion bisher verstanden wird und wie bei technischen Risiken und Naturgefahren damit umgegangen wird. Darauf aufbauend wird eine Unterteilung in drei Aspekte vorgeschlagen, die mit zunehmendem Ausmass und Seltenheit an Bedeutung gewinnen: die Ausweitung und überproportionale Zunahme des Gesamtschadens, die zunehmende Unsicherheit über Eintretenswahrscheinlichkeit und Ausmass sowie die besondere Verantwortung bei Grossereignissen. So wird transparenter, welche Überlegungen in die Risikobewertung einfliessen. Damit wird auch eine Grundlage für ein einheitlicheres Verständnis dieses Bewertungsaspektes bereitgestellt. Ausserdem wird ein Vorschlag für die Quantifizierung der einzelnen Teile und ihre Anwendung in der Praxis der Risikobeurteilung unterbreitet.
Primär für Fachleute
Der Bericht richtet sich primär an die Fachleute auf dem Gebiet der naturbedingten und technischen Sicherheit und setzt zum Verständnis der Inhalte ein Grundwissen im Bereich Risiko und Sicherheit voraus. Die Zusammenfassung steht in deutscher, französischer und englischer Sprache zum Download bereit. Der vollständige Bericht kann – ebenfalls deutsch, französisch und englisch – bei nebenstehender Adresse bestellt werden.
- Bericht
Zusammenfassung Projekt Risikoaversion
Publiziert am: 28.04.2009 | Grösse: 206 Kb | Typ: PDF
Kontakt
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz
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