ABC-Schutz im Zivilschutz
In Friedenszeiten primär Strahlenschutz
Treten Ereignisse mit erhöhter Radioaktivität auf, kann auch der Zivilschutz zum Zug kommen. Er wird wie ein Modul nur bei entsprechender Lage aufgeboten. Kleinere Transport- und Laborunfälle, bei denen Radioaktivität freigesetzt wird, gehören nicht zum Fall erhöhter Radioaktivität und werden durch die Strahlenwehren der Feuerwehr in direkter Zusammenarbeit mit Spezialisten bewältigt. Auch bei Ereignissen mit Mikroorganismen (B-Waffen) und bei chemischen Ereignissen wird der Zivilschutz nicht eingesetzt. Dem Sachbereich ABC-Schutz können grundsätzlich folgende Aufgaben übertragen werden:
- Beraten des Führungsorganes und der Einsatzleitung,
- Messen der Ortsdosisleistung,
- Überwachen der Dosis der Einsatzkräfte,
- Nachweisen von radioaktiven Kontaminationen,
- Mithelfen beim Instruieren von Einsatzkräften.
Zivilschutz-Personal des ABC-Schutzes
Der Chef ABC-Schutz ist der Fachvertreter ABC-Schutz im Führungsorgan. Nach der Grundausbildung (vorzugsweise als Stabsassistent) absolviert er den Zusatzkurs Sachkunde Strahlenschutz in Notfallorganisationen und besucht anschliessend den Kaderkurs für Chefs ABC-Schutz. Zusätzlich sind eine gewisse Anzahl Sachkundige Strahlenschutz notwendig. Weitere nebenamtliche Funktionen sind der A-Spürer und der AC-Spürer, wobei auf die Ausbildung der AC-Spürer in Friedenszeiten verzichtet wird. Sachkundige sowie A-/AC-Spürer stehen bei Bedarf allen Partnerorganisationen zur Verfügung.
Schutzausrüstung
Aus der ABC-Schutzausrüstung für alle Schutzdienstpflichtigen ist die ABC-Schutzmaske hervorzuheben. Sie schützt ihre Träger vor der Aufnahme (via Atem- oder Verdauungswege) von radioaktiven Stoffen, den bekannten C-Kampfstoffen und grösseren Mikroorganismen. Für spezielle Einsätze nach ABC-Ereignissen wurde den Kantonen eine Anzahl Schutzanzüge SA 99 geliefert. Diese Anzüge schützen die Einsatzformationen vor dem Kontakt mit verstrahlten, verseuchten und giftigen Stoffen. Der Bund hat den Kantonen zudem Messgeräte (Dosimeter EDOS 99 und Dosisleistungs-Messgeräte RA 99) zur Verfügung gestellt; diese Geräte werden den Einsatzorganisationen Stufe Gemeinde / Region gemäss kantonalem Strahlenschutzkonzept aus Pools zugeteilt.
