In der NAZ gingen im letzten Jahr 505 Meldungen ein (2010: 607 Meldungen). Deutlich zurück ging die Anzahl der Warnungen vor Naturgefahren, die von den Fachstellen des Bundes an die NAZ und von dieser an die betroffenen Kantone und weitere Partner übermittelt wurden. Grund ist ein neuer Meldungsrhythmus, bei dem weniger oft aktualisierte Warnungen verbreitet werden. Daneben ging auch die Zahl der verzeichneten Ereignisse in ausländischen Kernanlagen zurück.
2011 leistete die NAZ ihren umfangreichsten Einsatz seit dem Reaktorunfall in Tschernobyl 1986. Nach dem Tsunami vom 10. März 2011 und dem Reaktorunfall im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi arbeitete sie zehn Tage rund um die Uhr. Wichtigste Aufgabe war die Sicherheit der Schweizerinnen und Schweizern in Japan. Die NAZ arbeitete darum eng mit der Schweizer Botschaft in Tokio und Schweizer Hilfskräften vor Ort zusammen und lieferte für verschiedene Stellen eine radiologische Beratung. Zum Schutz von Schweizer Bürgern vor Ort wurden vorsorglich Jodtabletten, Messgeräte und Informationsmaterialien zur Verfügung gestellt. Die Website der NAZ mit anfangs mehrmals täglich aktualisierten Informationen verzeichnete zahlreiche Zugriffe -insbesondere von Schweizern in Japan.
Weiter informierte die NAZ die Behörden in der Schweiz laufend mit aktualisierten Lageberichten. Sie stützte sich dabei einerseits auf die verfügbaren Informationen aus Japan, andererseits auf eigene Einschätzungen, Berechnungen zur Ausbreitung der Radioaktivität und Messdaten aus Japan und den umliegenden Ländern.
Zeitweise verstärkte Milizpersonal des militärischen Stabes der NAZ die 28 Mitarbeitenden. Nach der zehntägigen Einsatzphase verfolgte die NAZ die Situation die Situation bis Ende des Jahres mit täglichen, später wöchentlichen Lagerapporten.
Im Herbst beschäftigten die NAZ zwei Fälle von abstürzenden Satelliten. Ein Kernteam der NAZ stand jeweils in Kontakt mit der europäischen Raumfahrtsbehörde ESA und informierte Kantons- und Bundesbehörden, damit bei einem Absturz von Trümmern in der Schweiz alle notwendigen Informationen zur Zuladung der Satelliten und zur Bergung sofort verfügbar gewesen wären.
Die NAZ in Kürze
Die NAZ ist die Einsatzorganisation des Bundes für ausserordentliche Ereignisse. 365 Tage pro Jahr ist sie für ihre Partnerorganisationen rund um die Uhr erreichbar und in der Lage, innert einer Stunde ihre Arbeit aufzunehmen. Die NAZ ist ein Geschäftsbereich des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (BABS).
Zu den Aufgaben der NAZ gehört die Bewältigung von Ereignissen mit erhöhter Radioaktivität, grossen Chemieunfällen und Staudammbrüchen. Bei grossen natur- und technologiebedingten Ereignissen betreibt sie das Melde- und Lagezentrum (MLZ) des Bundes. Im Bereich Radioaktivität kann sie Sofortmassnahmen zum Schutz der Bevölkerung anordnen. Im Ereignisfall ist die NAZ erste Anlaufstelle für die Kantone in allen Fragen des Bevölkerungsschutzes. Sie ist zudem permanentes Kernelement des Bundesstabes ABCN, der bei der Bewältigung grosser ABC- und Naturereignisse zum Einsatz kommt und aus den Direktoren aller betroffener Bundesstellen und Vertretern der Kantone zusammengesetzt ist.
- Informationsmittel BABS
- Medieninformationen BABS
- Mitteilungen
- Grundlagen Bevölkerungsschutz
- Beantwortete Vorstösse
- Dokumentationsstelle FABS
- Zugang zu amtlichen Dokumenten
- Rechtsgrundlagen
- Ausbildungsunterlagen
- Unterlagen Risiken
- Unterlagen Warnung und Alarmierung
- Unterlagen Ereignisbewältigung
- Unterlagen Nat. ABC-Schutz
- Unterlagen Material
- Unterlagen Schutzbauten
- Unterlagen Kongress psychologische Nothilfe 2010
- Passwortgeschützt
Reaktorunfall in Japan dominierte das Jahr 2011
30.01.2012
Die Nationale Alarmzentrale (NAZ) im Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS verzeichnete 2011 deutlich weniger Meldungseingänge als im Vorjahr. Dominiert wurde das Jahr 2011 vom Einsatz nach dem Reaktorunfall im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi. Die NAZ arbeitete zehn Tage rund um die Uhr und verfolgte die Situation über Monate. Daneben wartete 2011 mit zwei Fällen von abstürzenden Satelliten auf.
Adresse für Rückfragen:
Christian Fuchs
Information NAZ
044 256 94 35
www.naz.ch
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Herausgeber:
Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport
Bundesamt für Bevölkerungsschutz
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Ereignismeldungen 2011
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